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Philosophie
Ein Leitgedanke meiner Philosophie hört sich vielleicht sehr einfach an.
Man kann ihn so beschreiben:
"Glauben im Leben - leben im Glauben"
Es hat mit gelebter Beziehung im Glauben zu tun - etwas das Religiosität nicht fertigbringt.
Um meine Gedanken besser verstehen zu können und warum ich einen Unterschied zwischen Glauben und Religion mache, muss ich ein wenig ausholen.
Was beide Themen gemeinsam haben ist, dass es eine Trennung in der Beziehung zwischen Gott dem Schöpfer und dem Menschen als Teil der Schöpfung gegeben hat.
Und beides hat das Ziel eine Wiederverbindung zu erlangen.
Ich fange mit Religion an. Warum meine ich, dass Religion nicht eine gelebte Beziehung erwirken kann.
Nach Wikipedia heisst Religion (lat: religio, wörtlich: ‚die Rückbindung‘. Auch zurückgeführt auf relegere, ‚immer wieder lesen‘, oder religare, ‚zurückbinden‘; frei übersetzt: „wieder verbinden [mit Gott]
Wenn etwas wieder verbunden werden muss, so ist es zurzeit zerrissen. Die Beziehung zu Gott ist zerrissen, sonst müsste es nicht wieder verbunden werden.
Religion ist der Wunsch des Menschen sich wieder mit Gott zu verbinden und wird aktiv. Er versucht es mit Zeremonien, Askese, Leiden, gute Werke usw. Er möchte etwas dazutun, dass Gott ihn als seinen Freund erkennt. Das Ziel ist gottgefällig und gut zu Leben.
Religionen können eine Sicht nur auf das irdische Leben haben und lehren, dass man immer wieder auf die Welt kommt und mit meinem jetzigen Lebenswandel kann ich mein nächstes Leben auf dieser Erde beeinflussen, bis ich vollkommen sein werde und ich mich im Nichts auflöse.
Andere Religionen glauben, dass der Geist des Verstorbenen in einem Baum oder Tier auf dieser Erde wohnt.
Andere wollen sich mit ihrem jetzigen Lebenswandel nach religiösen Gesetzen ein gutes Leben nach dem Tod erarbeiten. In allen Religionen bestimmt oder beeinflusst der Mensch das Wesen von Gott, da Gott als Übermensch oder eine Macht angesehen wird, die wir als Menschen auch erreichen können, wenn man sich genug anstrengt. Der Mensch will manipulieren, kontrollieren und etwas dazu beitragen, damit sich der Zustand in der Gemeinschaft mit Gott wieder ändert.
In der Religiosität hat der Mensch immer Angst Gott nicht zufrieden stellen zu können und macht seine Anstrengungen immer grösser. Er setzt sich, da er erkennt nicht genügen zu können gerade selber auf den Thron.
Angst oder Machtausübung kann jedoch nie gelebte, gegenseitige Beziehung sein, denn Beziehung hat mit Vertrauen und Liebe zu tun.
Nun komme ich zum Glauben
Auch hier ist der Ursprung die Zerrissenheit mit Gott, dem Schöpfer des Universums. Der Ansatz der Wiedervereinigung ist jedoch anders. Der Weg der Wiedervereinigung geht vom Schöpfer aus, der seit dem Bruch die Versöhnung schon beschlossen hat. Im Gegensatz zur Religion lässt sich Gott nicht durch den Verstand des Menschen verändern oder sich durch ihn oder seinem Handeln beeinflussen. Der Ursprung, der Wille zur Wiedervereinigung ist nicht eine Pflichterfüllung, sondern die Liebe des Schöpfers zur Schöpfung. Sie wurde auf der Basis der Beziehung und des Vertrauens gegründet. Das heisst die Schöpfung vertraut dem Schöpfer, dass die Wiedervereinigung stattfinden kann, ohne dass sie etwas dazu beisteuern kann, ausser dies zu akzeptieren und still zu halten. Dies widerspricht vor Allem dem Verstand des Menschen, der Alles kontrollieren möchte. Er möchte über sein Leben selbst bestimmen. Doch Gott, der aus dem Nichts das Universum geschaffen hat- also Alles-, der ist schlussendlich nicht auf das Werk des Menschen angewiesen. Er ist der, der den Riss zwischen Schöpfer und Schöpfung verbindet und heilt.
Nun komme ich zurück zu meiner Philosophie.
Ich habe gesagt, dass einer meiner Grundsätze heisst:
"Glauben im Leben - leben im Glauben"
Die Grundlage meines Glaubens fand ich in den christlichen Werten durch die Bibel. Ich fand keinen anderen Gott, welcher auf der Welt angebetet wird, der aus Liebe zu mir eine Beziehung wünscht. Alle wollen eine erbrachte Leistung von mir, damit ich genüge. Sie wollen mich durch Angst regieren. Ich weiss, dass jetzt viele sagen werden, was ist mit den Kreuzzügen, den Hexenverbrennungen und Zwangsmissionierungen in der Welt, durch die das Christentum berüchtigt wurde.
Hier muss ich für meinen Teil sagen, dass auch Christentum zur Religion wird, wenn der Mensch eigene Gesetze aufrichtet und sich nicht mehr an Gottes Worte und Normen hält. Wenn ich nicht mehr den Glauben im Alltag in der engen Beziehung zu dem Schöpfer lebe, kann ich durch Religiosität an meinen Mitmenschen schuldig werden. Glaube hat mit Liebe zu Gott und zu meinen Mitmenschen zu tun. Dieser Gott begegnet uns Menschen dort wo wir stehen und bietet uns die Versöhnung (Wiederverbindung)an. Jeder hat die Möglichkeit sich für diesen Schritt zu entscheiden, unabhängig, ob er stark oder schwach ist, reich oder arm. Gott hat nur den einen Wunsch, nämlich sich mit uns zu versöhnen und wieder mit uns in ungetrübter Beziehung zu leben. Wir können nichts dazu beitragen, als uns auf diese Beziehung , sein Angebot einzulassen oder auszuschlagen. Wenn ich das Angebot annehme heisst dies nicht, dass ich keine Probleme mehr habe, denn Beziehungen sind arbeitsintensiv. Es gibt Zeiten, in denen man den Anderen in seinen Entscheidungen usw. nicht versteht und nur vertrauen kann (weil man schon soviel mit ihm erlebt hat), dass er recht führt. Und da haben wir es schon wieder, ich muss mich seiner Führung anvertrauen, dabei will ich doch führen. Und dies kann in einer Beziehung zu einigen Spannungen führen. Und dies in der Beziehung zu Gott noch mehr, da er keine Kompromisse eingeht und immer die Führung beansprucht. Glaube ist für mich also keine Pflicht, sondern eine Lebenshaltung, die von der Liebe zu Gott und den Mitmenschen geprägt sein sollte. Manchmal sieht man es mehr, manchmal weniger. Mein Wunsch jedoch bleibt, dass ich immer mehr darin alltagstauglich werde.