Ist Gott nur gut?

Viele Menschen haben Mühe Gott als einen liebendenden Gott zu erkennen. Eigene Erfahrungen, Enttäuschungen, Chaos und Leiden lassen sie nicht die Liebe des Wesen Gottes sehen.

Dadurch distanzieren sie sich von Gott, wollen nichts mit ihm zu tun haben oder sehen ihn als lieblosen, ungerechten und willkürlichen Gott, welcher die Menschen strafen will und leiden lässt.

Sie geben Gott oder dem Teufel die Schuld an dem Chaos oder Leiden in ihrem Leben.

Wir wollen das Thema «ist Gott nur gut?» aus Sicht der Bibel anschauen und versuchen eine Antwort zu finden.

Was macht unser Leben aus? Aus was besteht es? Was ist die Triebfeder des Lebens?

Zum jetzigen Zeitpunkt glaube ich, dass unser Leben von nur zwei Eigenschaften geprägt wird, nämlich von Entscheidungen und Konsequenzen. Zu einem Teil aus eigenen Entscheidungen oder durch Entscheide anderer Menschen, die in meinem Leben Konsequenzen nach sich ziehen.Ich verstehe, wenn jemand sagt, dass dies eine radikale Ansicht ist, doch im Moment erkenne ich es so.

Ich möchte euch auf eine Reise mitnehmen.

Die erste Entscheidung, die uns Menschen tangiert steht im Epheser 1, 4-5.

«…wie er uns in ihm (Jesus) auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm sind in Liebe,und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens, …»

Gott hat uns aus Liebe, vor Grundlegung der Welt durch Jesus erwählt, damit wir in Beziehung mit Gott leben können. Es war nicht meine Entscheidung, sondern die Entscheidung Gottes, deren Konsequenz war, dass ich geboren wurde.  Es war nicht der Entscheid meiner Eltern, die sich geliebt haben.

Die zweite Entscheidung Gottes war, dass er dem Menschen einen freien Willen gab. Damit jedoch der Mensch sich entscheiden konnte, brauchte es auch ein Gebot, das bei Überschreitung eine negative Konsequenz nach sich zog.

Dies lesen wir in Genesis 2, 16-17

«Und der HERR, Gott, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen;aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!»

Die Menschen durften in ihrem Lebensraum alles essen und tun, nur von der Frucht eines Baumes durften sie nicht essen. Dies war die Herausforderung ihres freien Willens. Sie konnten frei entscheiden Gott zu vertrauen oder ihren eigenen Wünschen zu folgen.

Die ersten Menschen, die erschaffen wurden, trafen in ihrer ersten Entscheidung, ihr Leben autonom, also ohne Gott zu gestalten. Die Konsequenz davon war der Bruch der innigen Beziehung zu Gott. Dies drückt sich aus, dass sie aus der heilen Umgebung und Gegenwart Gottes ausziehen mussten. Ihr Leben wurde anstrengend und schmerzhaft. Dies fing mit Schmerzen bei der Geburt an, Mühe bei der Arbeit, Krankheiten und schlussendlich der körperliche Tod.

Aber auch das von Alfred Adler, dem österreichischen Psychotherapeuten erkannte Merkmal des Menschen, nämlich das Macht- und Geltungsstreben nahm dort ihren Anfang. Dieser Charakterzug bringt bis heute unsägliches Leiden in unser Alltagsleben und in die Beziehungen unter den Menschen.

Seit der Mensch sich entschieden hat autonom, ausserhalb Gottes Führung zu leben, musste er auch die Verantwortung für seine Entscheide zu tragen.

Doch gerade dies schiebt der Mensch von sich. Er gibt die Schuld Gott, dem Teufel, den Umständen oder den anderen Menschen. Nur nicht sich selbst.

Würde der Mensch ehrlich seine Fehler eingestehen, würde er erkennen, dass seine belastende Situation nicht durch einen ungerechten Gott oder den boshaften Teufel hervorgerufen wurde, sondern von schlechten Entscheiden, die er oder andere Menschen gefasst haben.

Dies kann man im Auswerten persönlicher Situationen erkennen bis hin zu Katastrophen in der Umwelt. Alles hat seinen Ursprung in den schlechten Entscheiden der Menschen. Die Konsequenz daraus sieht man am Zerfall der persönlichen Werte oder der Zerstörung der Umwelt.

All dies was ich geschrieben habe, zeigt jedoch nicht, dass Gott nur gut ist.

In der Bibel Jakobus 1,17 heisst es

«Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten.»

Wenn also jede gute und vollkommene Gabe von Gott kommt, kann es nicht sein, dass unvollkommene Gaben von Gott kommen. Denn sonst müsste es heissen: «Alle Gaben kommen von Gott».

Die unvollkommenen Gaben sind Konsequenzen, entstanden aus schlechten Entscheidungen der Menschen. Unser Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird allein geprägt durch menschliche Entscheide, die uns keinen Frieden, Geborgenheit und Sicherheit bringen. Nur Gott kann uns dies durch seine Liebe schenken. Ja er kann sogar aus schlechten Konsequenzen, positives entstehen lassen.

Und nun komme ich zu der ewigen Liebe Gottes. Es heisst in Römer 5,8:

«Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.»

Oder in Johannes 3,16:

«Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.»

Nun schliesst sich der Kreis. Gott hat zu Beginn der Schöpfung dem Menschen einen freien Willen geschenkt. Der wurde mit der Entscheidung geprüft, nicht von den Früchten des Baumes der Erkenntnis zu essen. Nun schenkt uns Gott durch freien Willen einen Weg zurück in seine Gegenwart zu kommen. Er stellt nicht das Holz eines Baumes in den Raum, sondern das Holz des Kreuzes, an dem sein Sohn Jesus für unseren Ungehorsam und Unglauben gestorben ist.

Der Mensch steht wieder an dem Punkt sich zu entscheiden, Gott zu vertrauen oder seinen autonomen Weg fortzusetzen. Es wird die letzte freie Entscheidung des Menschen in seinem Leben sein, der sein Leben nach dem Tod prägt. Die Konsequenz ist, dass der Mensch der an den Sohn Gottes, Jesus, glaubt, in ewiger Gemeinschaft über den Tod hinaus in Gottes Friedensreich leben wird. Der Mensch, der sich gegen die Liebe Gottes entscheidet, wird in Ewigkeit ausserhalb Gottes Gegenwart und Licht, in Finsternis verbringen und nicht in Frieden, Ruhe und Geborgenheit.

Unsere Entscheidungen haben Konsequenzen.

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